Der Blog für clevere Bauunternehmer
17.05.2018

Fehlerquote am Bau zu hoch?

Ab und an lese ich mich abends durch aktuelle Handwerker-News. Dabei bin ich über einen sehr interessanten Artikel gestolpert: „Bauherr lässt Minijobber aufs Dach: 680.000 Euro Schaden“. Der Minijobber dichtete mit Gasbrenner und Bitumenplatten ein undichtes Flachdach ab. Das fing allerdings Feuer, weil in der Dachkonstruktion Holzbalken und Styropor verbaut waren. Über den Dachaufbau hatte sich der Minijobber, ein Helfer ohne Ausbildung, vor seiner Arbeit nicht informiert.
Erschreckend, was alles auf einer Baustelle passieren kann. Auch ich habe neulich eine Geschichte gehört, bei der ein Bauunternehmen einen großen Schaden verursacht hat.

Was war passiert?

Während eines Hausbaus wurde eine Ausplatzung an einer Betonsäule festgestellt. Der Mitarbeiter entschied sich zur Reparatur der Säule mit Estrich (Sackware). Beim weiteren Bau des Hauses entstand so ein Schaden von über 50.000 Euro. Die geforderte Stabilität der Säule konnte mit dem Estrichmaterial nicht gewährleistet werden. Die Säule fing beim Weiterbau an, unter der Last zu bröckeln.
DerKalkulierer verzweifelt bei der Schadenshöhe!

Warum lassen sich solche Fehler nicht vermeiden?

Einer der Hauptgründe ist das fehlende Wissen. Wie im Artikel beschrieben, hatte ein Minijobber ohne Ausbildung die Reparatur des Daches übernommen. Einem Fachmann wäre das Dach nach Prüfung der Grundkonstruktion mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit nicht abgebrannt.
Oftmals verbergen die Angestellten ihre Wissenslücken. Darum werden auch Kollegen oder Chefs bei Problemen nicht gefragt.

Wie kann die Fehlerquote verringert werden?

Ganz wichtig ist der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen Vorgesetztem und Arbeiter. Der Arbeiter darf keine Scheu haben, bei Problemen jederzeit zu seinem Chef gehen zu können. Dieser wiederum muss stets ein offenes Ohr für die Fragen seiner Arbeiter haben.
Ebenso sind Weiterbildungen und Schulungen für ein Unternehmen von hoher Bedeutung. Es wird nicht mehr gebaut wie vor 10 Jahren. Dabei helfen die unterschiedlichen Kurse von Baugewerbeverbänden und weiteren Schulen (z. B. Bauakademien). Als Verbandsmitglied hat das Unternehmen immer einen Preisvorteil bzw. sind die Kosten mit den Mitgliedsbeiträgen gedeckt.
Denk immer daran: „Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.“ Das gilt auch für Euer Team!
Bleib neugierig!
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