Der Blog für clevere Bauunternehmer
02.10.2020

Die Kalkulation des Rohbaus für das Einfamilienhaus - Teil XVI

Welche Kalkulationsdaten sollten dem Auftrag/Vertrag mit beigefügt werden?

Jetzt werden mich die Ersten für völlig verrückt halten, wenn ich sage, dass das Formblatt 221 und die Urkalkulation dem Auftrag mit angehängt werden sollte. Und nicht nur das, es sollte auch im Vertrag vereinbart werden. ;-)
Welche Kalkulationsdaten sollten dem Auftrag/Vertrag mit beigefügt werden?
Hier schaue ich schon in Richtung Nachtrag (ich persönlich habe noch kein Bauvorhaben ausgeführt, wo die ursprüngliche Planung schlussendlich genau so zur Ausführung gekommen ist). Eine vertragliche Vereinbarung lässt weniger Raum für Diskussionen. Wieso?
Im Bürgerlichen Gesetzbuch steht unter § 650c Vergütungsanpassung bei Anordnungen nach § 650b Absatz 2:
Satz 1: „Die Höhe des Vergütungsanspruchs für den infolge einer Anordnung des Bestellers nach § 650b Absatz 2 vermehrten oder verminderten Aufwand ist nach den tatsächlich erforderlichen Kosten mit angemessenen Zuschlägen für allgemeine Geschäftskosten, Wagnis und Gewinn zu ermitteln.“
Satz 2: „Der Unternehmer kann zur Berechnung der Vergütung für den Nachtrag auf die Ansätze in einer vereinbarungsgemäß hinterlegten Urkalkulation zurückgreifen. Es wird vermutet, dass die auf Basis der Urkalkulation fortgeschriebene Vergütung der Vergütung nach Absatz 1 entspricht.“
Hieraus ergibt von selbst, dass diese Angaben vorsorglich mit vereinbart werden. Denn im Nachtragsfall möchte der Auftraggeber wissen, wie der Auftrag kalkuliert wurde. Ziel dieser Vereinbarung ist, dass keine der Vertragsparteien sich übervorteilt fühlt.
Ich denke, dass so eine Arbeitsweise auch Wettbewerbsvorteile verschaffen kann, da viele Unternehmer noch auf dem Standpunkt stehen: „Ich mache mich doch nicht „nackig“.“
Ja, die Kalkulation wird offen gelegt und die Urkalkulation bedeutet eine totale Offenlegung (diese wird in einem verschlossenen und versiegelten Umschlag übergeben und in Anwesenheit von beiden Parteien geöffnet). Doch wer sauber kalkuliert, seine Kostenansätze kennt und weiß, wie die Zuschläge verteilt hat, um den Auftrag abzuarbeiten, braucht keine Angst vor der Offenlegung zu haben. ;-)
Bei einem VOB-Vertrag (Vergabe und Vertragsordnung für Bauleistungen) der in Gänze vereinbart wurde, sind selbst die Nachtragsarten besprochen.
Im nächsten Blog beschäftige ich mich mit Nachlässen etc.
Bleibt neugierig! :-)
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Hallo, ich bin DerKalkulierer alias Thomas Endesfelder und blogge hier über Tipps und Tricks in der Baukalkulation.
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